Handgelenksbruch (Distale Radiusfraktur) — Behandlung im Handzentrum Ost
Was ist ein Handgelenksbruch?
Ein Handgelenksbruch (Distale Radiusfraktur) ist die häufigste Fraktur beim Erwachsenen, meist Folge eines Sturzes auf die ausgestreckte Hand. Stabile, unverschobene Brüche können häufig konservativ im Gips oder Schiene für meist sechs Wochen behandelt werden. Verschobene Frakturen oder solche mit Gelenkbeteiligung erfordern meist eine operative Versorgung mit einer winkelstabilen Platte, üblicherweise über einen kleinen beugeseitigen Schnitt.
Frakturen des Handgelenks sind ausserordentlich vielfältig. Sie hängen vom Alter des Patienten und der Intensität der Krafteinwirkung beim Unfall ab. Dies führt zu einem breiten Spektrum an Bruchformen — vom unkomplizierten Querbruch bis hin zum komplexen Trümmerbruch mit Gelenkbeteiligung. Häufig sind auch benachbarte Strukturen betroffen, wie etwa die Elle (Ulna), der Bandapparat des Handgelenks oder die Handwurzelknochen.
Welche Symptome treten bei einem Handgelenksbruch auf?
Typische Anzeichen sind:
- Starke Schmerzen im Bereich des Handgelenks
- Schwellung
- eingeschränkte Beweglichkeit
- sichtbare Fehlstellung in Form einer Stufenbildung („Bajonettstellung“)
Risikofaktoren sind in erster Linie der Sturz auf die ausgestreckte Hand (häufigste Ursache) und Osteoporose, bei der bereits geringe Krafteinwirkung zum Bruch führen kann.
Wie wird ein Handgelenksbruch diagnostiziert?
Die Diagnose beginnt mit einer Untersuchung und einer Röntgenaufnahme des Handgelenks in zwei Ebenen. Bei komplexeren Brüchen ergänzen wir eine Computertomographie (CT), um das genaue Bruchausmass zu erfassen, die Gelenkfläche zu beurteilen und Begleitverletzungen sicher auszuschliessen. Erst auf dieser Basis fällt die Therapieentscheidung.
Wann wird ein Handgelenksbruch konservativ behandelt — und wann operativ?
Stabile, unverschobene Brüche können häufig konservativ im Gips oder Schiene behandelt werden — meist sechs Wochen Ruhigstellung. Verschobene Frakturen oder solche mit Gelenkbeteiligung erfordern in der Regel eine operative Versorgung mit einer winkelstabilen Platte, üblicherweise über einen kleinen beugeseitigen Schnitt — um Heilung in Fehlstellung und frühzeitige Arthrose zu vermeiden.
| Behandlung | Wann angezeigt | Dauer |
|---|---|---|
| Konservativ (Gipsverband) | Stabile, unverschobene Brüche | meist sechs Wochen Gips oder Schiene, davon zunächst eine Schiene zur Schwellungsabklingung |
| Operativ (winkelstabile Platte) | Verschobene Frakturen oder solche mit Gelenkbeteiligung | OP nach kurzer Abschwellungsphase über einen kleinen beugeseitigen Schnitt, Schiene 2–6 Wochen, je nach Schwere, volle Belastbarkeit meist nach 6 Wochen |
Die Wahl des optimalen Behandlungswegs treffen wir individuell. Basis hierfür sind das spezifische Verletzungsmuster, eventuelle Begleiterkrankungen, das Patientenalter und die persönlichen Ansprüche an die Funktionalität des Handgelenks. Es ist entscheidend, eine Heilung in Fehlstellung zu vermeiden, da dies unweigerlich zu chronischen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führt. Bei Gelenkbeteiligung steigt zudem das Risiko einer frühzeitigen Arthrose (Gelenkverschleiss).
Konservative Behandlung (ohne OP): Stabile, nur geringfügig verschobene Frakturen werden in der Regel sechs Wochen lang in einem Gipsverband ruhiggestellt. Zunächst passen wir eine Gipsschiene an, um die Schwellung abklingen zu lassen, bevor wir auf einen festen, geschlossenen Gips wechseln.
Operative Behandlung (mit OP): Die meisten Brüche werden nach einer kurzen Phase der Abschwellung geplant operiert. Der bevorzugte Standardeingriff erfolgt minimalinvasiv über einen kleinen Hautschnitt an der Beugeseite des Handgelenks. Der Bruch wird eingerichtet und mittels einer winkelstabilen Titanplatte und Schrauben stabil fixiert. Bei Bedarf ergänzen wir den Eingriff durch eine Handgelenksspiegelung (Arthroskopie), um die Gelenkfläche exakt zu rekonstruieren und eventuelle Begleitverletzungen im Gelenk direkt zu versorgen.
Wie lange dauert die Heilung nach einem Handgelenksbruch?
Die volle Belastbarkeit des Handgelenks ist meist nach 6 bis 8 Wochen wiederhergestellt. Das Erreichen der vollen Funktion dauert teilweise länger. Unmittelbar nach der Operation legen wir eine schützende Schiene an, nach 1–2 Wochen wechseln wir auf eine massgefertigte Schiene mit ersten Übungen in der Handtherapie. Der genaue Verlauf hängt von Schweregrad und Knochenqualität ab.
Was tun, wenn ein Handgelenksbruch in Fehlstellung verheilt ist?
Ist ein Handgelenksbruch in Fehlstellung verheilt und verursacht Schmerzen, Kraftverlust oder Bewegungseinschränkungen, lässt sich die Fehlstellung in vielen Fällen durch eine Korrekturosteotomie beheben. Dabei wird der Knochen gezielt erneut durchtrennt, computergestützt in die korrekte Achse gebracht und mit einer winkelstabilen Platte fixiert. Geplant wird der Eingriff präoperativ auf Basis einer segmentierten Computertomographie.
Im Handzentrum Ost basiert die Planung einer solchen sekundären Korrektur auf einer dreidimensionalen Rekonstruktion aus segmentierter CT. Die Knochenfragmente werden virtuell in die ursprüngliche Anatomie zurückgeführt; gleichzeitig entsteht eine patientenspezifische Schnitt- und Bohrlehre, die im Operationssaal den geplanten Schnittverlauf direkt am Knochen vorgibt. So lässt sich die Korrektur millimetergenau im Voraus durchspielen — und intraoperativ exakt umsetzen.

Wann ist ein Handgelenksbruch ein Notfall?
Ein Handgelenksbruch ist ein Notfall bei massiver Fehlstellung, offenem Bruch oder neurologischen Ausfällen wie Gefühlsstörungen. In diesen Fällen ist die sofortige Operation oder Brucheinrichtung erforderlich, oft mit temporärem äusseren Spanner (Fixateur externe) zur Stabilisierung, bis die definitive Versorgung erfolgen kann. In solchen Fällen direkt unter +41 76 720 40 90 melden.
Wer behandelt einen Handgelenksbruch in der Ostschweiz?
Die Behandlung gehört ohne Ausnahme in die Hände eines spezialisierten Facharztes. Im Handzentrum Ost an drei Standorten in der Ostschweiz versorgen Dr. med. Jörg Hainich (Facharzt Handchirurgie FMH, FESSH-Diplom) und Stephanie Luz (Fachärztin Chirurgie FMH, EBHS/FESSH-Diplom) derartige Verletzungen — Termine zentral unter +41 76 720 40 90.
Wo kann ich in der Ostschweiz einen Handgelenksbruch behandeln lassen?
Das Handzentrum Ost behandelt Handgelenksbrüche an drei Standorten in der Ostschweiz. Bei akuten Brüchen versuchen wir, einen Termin am selben Tag anzubieten. Operative Eingriffe erfolgen über Kooperationen mit renommierten Kliniken in den Kantonen St. Gallen, Appenzell AR und Thurgau.